Die Stadtsynode der Evangelischen Kirche in Freiburg tagte am vergangenen Samstag (22.11.) im Gemeindezentrum der Matthäusgemeinde. Im Fokus der Tagung standen unter anderem kirchliche Gebäude. Die Synodalen hatten über die Abgabe der Gemeindezentren Zachäus und Petrus sowie über die Entwidmung der Zachäuskirche und der Matthias-Claudius-Kapelle zu entscheiden. Außerdem gab Dekanin Angela Heidler als Vorsitzende des Stadtkirchenrats einen Bericht zum aktuellen Strategieprozess.
Synodenvorsitzende Dr. Regina D. Schiewer
Zum letzten Mal in der laufenden Legislatur kam die Synode der Evangelischen Kirche in Freiburg zusammen. Nach den Kirchenwahlen am 30. November werden sich die Stadtsynode und die Gremien neu konstituieren. Synodenvorsitzende Dr. Regina D. Schiewer dankte den Synodalen für ihr Mitgestalten und Mitbestimmen der „Geschicke unseres Kirchenbezirks“ in den letzten 6 Jahren – eine Zeit mit starken Veränderungen, konstituierte sich doch die Synode coronabedingt erst im Sommer 2020. In die Legislatur fiel auch der Beginn des Strategieprozesses Ekiba 2032 durch die Landeskirche, der „Planungen für die Personal- und Gebäudeentwicklung“ verlangte. Kirchenpolitik und Strukturreform seien allerdings kein Selbstzweck, sondern folgten dem Auftrag der Kirche „Gott und den Menschen zu dienen“, so Synodenvorsitzende Dr. Schiewer.
Dekanin Angela Heidler berichtete aus dem Stadtkirchenrat, der sich u.a. sehr intensiv mit der Personal- und Gebäudesituation auseinandersetzte. So habe der Stadtkirchenrat Entscheidungen zu den Gemeindezentren Zachäus und Petrus sowie der Zachäuskirche und der Matthias-Claudius-Kapelle getroffen, die in der aktuellen Synode verabschiedet werden. Bezüglich der Personalsituation erläuterte Dekanin Heidler die Vorgabe der Landeskirche: Reduzierung von drei Pfarrstellen und der Stelle einer Diakon*in gestaffelt bis 2036. Diese Vorgabe setze die Evangelische Kirche in Freiburg in den Gemeinden schon zum 1. Januar 2026 komplett um. Zum einen werde eine Pfarrstelle in der Pfarrgemeinde West wegfallen, da Pfarrer Dieter Habel in Ruhestand geht und die Stelle nicht mehr nachbesetzt wird; zum anderen reduzierten die Pfarrgemeinden die vorgegebenen Stellendeputate schon. Die damit freiwerdenden Stellendeputate werden als Innovationsstellen für folgende Bereiche besetzt werden: Kirche im öffentlichen Raum (z.B. pop-up-Formate, Segensangebote, Events) Diakonie im öffentlichen Raum (z.B. Seelsorgeangebote, niederschwellige Angebote, Ermöglichung von Teilhabe), Jugendarbeit und Popkantorat. Für diese Profilstellen liegen nun Interessensbekundungen von Pfarrpersonen des Kirchenbezirks vor. Die ersten Stellenbesetzungen im Innovationsbereich zeichnen sich schon für Januar 2026 ab.
Die Synodalen hatten schließlich auch über kirchliche Gebäude zu entscheiden. Sie stimmten einstimmig dafür, die Gemeindezentren Zachäus und Petrus in den kommenden 10 Jahren abzugeben, entsprechend weiterzuentwickeln (spätestens 2036), zu veräußern oder zu verpachten. Es werden dafür keine (weiteren) Substanzerhaltungsrücklagen gebildet, gleichwohl werden „notwendige Betriebs- und Unterhaltungskosten aus den vorhandenen Rücklagen finanziert. Die Weiterführung der Kitas in evangelischer Trägerschaft bleibt davon unbenommen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Ebenfalls einstimmig stimmten die Synodalen der Entwidmung der Zachäuskirche und der Matthias-Claudius-Kapelle zu. So werden in der Zachäuskirche schon ab 8. Dezember dieses Jahres keine Gottesdienste und Veranstaltungen der PG West mehr stattfinden. Die seelsorgliche und geistliche Versorgung des Predigtbezirkes Zachäus ist weiterhin durch die PG West gesichert. In der Matthias-Claudius-Kapelle finden ab 2026 keine Gottesdienste mehr statt. Der Predigtbezirk Matthias-Claudius wird aufgelöst, und die Predigtstelle zum 1. Januar 2026 aufgegeben.
Zum Abschluss dankte Dekanin Angela Heidler den Synodalen für ihr großes Engagement in den vergangenen sechs Jahren. Die Evangelische Kirche werde maßgeblich von den Ehrenamtlichen gestaltet, die mit viel Zeit und Herz sich einbringen. Einen besonderen Dank sprach Dekanin Heidler der Synodenvorsitzenden Dr. Regina D. Schiewer aus: 12 Jahre habe sie die Synodensitzungen stets sehr gut vorbereitet und souverän geleitet. Mit „Leidenschaft für die Menschen und die Gemeinden vor Ort“ habe sie „stets sehr gut organisiert“ die Bedürfnisse im Blick gehabt. Ihr „großes Fachwissen“ und „enormes Gedächtnis“ waren eine große Hilfe, sagte Dekanin Heidler. „Als starke Vorsitzende hast du die Stadtkirche geprägt.“ Nach den Kirchenwahlen am 30. November wird sich Synode im März 2026 neu konstituieren.