Synode beschließt kirchlichen Doppelhaushalt
- 21.07.2024 -
Die Stadtsynode der Evangelischen Kirche in Freiburg tagte am vergangenen Samstag (20.7.) im Gemeindezentrum Matthäus. Schwerpunkt der Synode war die Beratung und Beschlussfassung zum Haushalt 2024/25. Daneben stand das Thema Gebäude im Stadtkirchenbezirk auf der Tagesordnung. Außerdem wurde die Arbeit der Wohnungslosenhilfe für Frauen und die Kältehilfe des Diakonischen Werks Freiburg vorgestellt.
Synodenvorsitzende Regina D. Schiewer begrüßte die Synodalen, die heute das „Königsrecht der Synode wahrnehmen“. Denn durch den Haushaltsbeschluss „legen sie die politischen Leitlinien unseres Kirchenbezirks fest“, sagte Schiewer. Zum Tagespunkt Gebäude betonte sie grundlegend: „Wenn wir Gebäude abgeben, d.h. verkaufen, verpachten und anderen zur Nutzung überlassen, sollten wir uns dabei im Klaren sein, dass dies Gebäude sind, die unter großem Engagement der Menschen vor Ort gebaut, instandgehalten und mit Leben gefüllt wurden“. Dadurch seien die Gemeinden zu „wichtigen Teilen unserer städtischen Gesellschaft“ geworden. Der Synode sei es deshalb seit vielen Jahren ein Anliegen, „Liegenschaften und Gebäude nicht gewinnbringend zu vermarkten, sondern auch hier Kirche in der Stadt und für die Menschen zu sein“.
Haushaltsvorstellung
Werner Bachmann, Vorsitzender des Finanzausschusses, stellte den Haushalt 2024/25 den Synodalen vor. Wesentliche Entwicklungen beim Haushalt seien insbesondere die Inflation und die Tarifsteigerungen gewesen. Denn knapp drei Viertel des kirchlichen Haushaltes machten Personalkosten aus. Über 1.000 Menschen beschäftige die evangelische Kirche in Freiburg: in ihren Kindertageseinrichtungen, im Diakonischen Werk, in der Sozialstation und in den Gemeinden. Der Rückgang der Kirchensteuerzuweisungen durch die Landeskirche schlage in den kommenden Jahren ebenfalls finanziell zu Buche. Restrukturierungen seien hier unausweichlich. Die Kirche habe sich unlängst auf den Weg gemacht, sich deshalb mit ihrer Gebäude- und Personalentwicklung zu beschäftigen. Insgesamt betrage der kirchliche Haushalt inklusive Diakonischem Werk 47.730.327 Euro für das Jahr 2024 und 49.909.501 EUR für das Jahr 2025. Die Synodalen verabschiedeten den Doppelhaushalt ohne Gegenstimme.
Abgabebeschluss zu Gebäuden
Die Synode hatte im November ein grundlegendes Gebäudekonzept beschlossen und die Gebäude nach den Vorgaben der Landeskirche in rote, gelbe und grüne klassifiziert: grüne Gebäude erhalten weiterhin zentrale Bauförderung aus Kirchensteuermitteln; gelbe Gebäude müssen erst zu einem späteren Zeitpunkt in Grün oder Rot klassifiziert werden und rote Gebäude erhalten keine zentrale Bauförderung mehr, d.h. der Stadtkirchenbezirk muss sie anders finanzieren, anders nutzen oder anders entwickeln. Angelika Hägele, Geschäftsführerin von Evangelischer Kirche und Diakonischem Werk, stellte nun den Abgabebeschluss für drei als rot klassifizierte kirchliche Gebäude vor: Lutherkirche mit Pfarr- und Gemeindehaus, Zehntscheuer (Melanchthon) und Matthias-Claudius-Kapelle. Diese Gebäude seien in den kommenden 10 Jahren (spätestens 2034) zu veräußern oder (im Wege der Erbpacht) zu verpachten. Beginnend mit dem Haushalt 2024/25 seien keine (weiteren) Substanzerhaltungsrücklagen zu bilden. Notwendige Betriebs- und Unterhaltungskosten würden aus den vorhandenen Rücklagen der zuständigen Budgets finanziert. Die Geschäftsführung soll nun beauftragt werden, in Vertragsverhandlungen einzutreten. Die Synode stimmte dem Beschluss mit 31 Stimmen zu, bei 13 Gegenstimmen und neun Enthaltungen.
Der Fachbereich Wohnungslosenhilfe
An neun Standorten in Freiburg ist der Fachbereich Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werks Freiburg tätig. 35 Mitarbeitende sind für hilfsbedürftige Menschen da. Simone Hahn, Leiterin des Fachbereichs, stellte mit Mitarbeitenden den Bereich „Frauen in Wohnungsnot“ und das Projekt „Kältehilfe“ vor. „Frauen in Wohnungsnot“ stellt obdachlosen Frauen Räume für ihre alltäglichen Bedürfnisse zur Verfügung, unterstützt bei Behördenangelegenheiten und stellt einen sicheren Ort zur Verfügung, denn häufig führt häusliche Gewalt dazu, dass Frauen obdachlos werden.
„Kältehilfe“ ist ein Projekt für Obdachlose in Kooperation mit der Stadt Freiburg und der Evangelischen Hochschule. Von Januar bis April diesen Jahres sorgten Mitarbeitende des Diakonischen Werks zusammen mit 16 Studierende der Evangelischen Hochschule dafür, dass obdachlose Menschen über Nacht ein Dach über dem Kopf haben konnten und so vor der Kälte geschützt waren. Insgesamt 780 Übernachtungen konnte das Projekt realisieren.

