Schuldekan Stahmann im Amt bestätigt

Die Stadtsynode der Evangelischen Kirche in Freiburg tagte am vergangenen Samstag (9.3.) im Gemeindezentrum Matthäus. Im Zentrum der Tagung stand die Wahl des Schuldekans und die Vorstellung der Arbeit der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen.

Mit dem Schuldekan des Kirchenbezirks werde eines der vier Leitungsorgane gewählt, sagte Synodenvorsitzende Regina D. Schiewer zu Beginn der Tagung. Diese sind: Dekanin, Schuldekan, Stadtsynode und Stadtkirchenrat. Die Schuldekansperson hat nicht nur die Fachaufsicht über den Religionsunterricht an öffentlichen und privaten Schulen, sondern ist auch für das evangelische Profil an den kirchlichen Krippen und Kindertageseinrichtungen zuständig. Hier hat die Evangelische Kirche in Freiburg einen besonderen Schwerpunkt: „Etwa 1.800 Kinder werden in evangelischen Krippen und Kitas betreut“, sagte Schiewer.
In seiner Vorstellung hob Stahmann die Notwendigkeit von Religionspädagogik in den kirchlichen Kitas hervor: „Wo, wenn nicht dort, kann unsere Zukunft mit den biblischen Geschichten in Berührung kommen, die unsere Welt bis heute nachhaltig verzaubern?“ Außerdem sprach er über zeitgemäßen Religionsunterricht in säkularen Kontexten. Aus unserer Gesellschaft verschwinde zwar die religiöse Sozialisierung in familiären Kontexten, doch nehme nicht zwangsläufig ihre Relevanz für eben diese Öffentlichkeit ab. Es wäre verkürzt, daraus den „Schluss einer Zukunft ohne Gott zu ziehen“, meinte Stahmann. „Nur im engen Schulterschluss mit gesellschaftlichen Anforderungen, nur in wirklich ehrlich partizipativen Konzepten haben wir eine Möglichkeit, die Kirche der Zukunft zu bauen.“ Dafür wolle Stahmann in den kommenden acht Jahren seine „Persönlichkeit, Leidenschaft und Kreativität einbringen“. Die Synode wählte Christian Stahmann für eine weitere Amtszeit: bei 65 abgegebenen Stimmen erhielt er 54 Ja-Stimmen; 6 Delegierte stimmten mit Nein, 5 enthielten sich.
 
Eine der zahlreichen Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Freiburg ist die Psychologische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (EFL). Deren Leiter, Markus Becker, stellte ihre Arbeit vor. Mit ihrem Angebot übernimmt die EFL „eine wichtige Aufgabe in der psychosozialen Versorgung von Stadt und Kommune“, sagte Becker. Sie biete einen geschützten Raum, wo Einzelne, Paare und Familien Unterstützung in persönlichen Lebensfragen, Kommunikations- und Partnerschaftskonflikten oder Familien- und Erziehungsfragen erhalten. Die Auswirklungen der Corona-Zeit seien noch immer ganz besonders deutlich zu spüren: „Vor allem junge Menschen sind nach dieser Zeit nachhaltig verstört.“ Sowieso sei ein „roter Faden“ vieler Beratungssituationen, dass es um Übergangs- und Veränderungskrisen gehe. Diese seien besonders belastend und herausfordernd, beispielsweise wenn die Kinder groß und aus dem Haus sind. Im Jahr 2023 suchten über 1.000 Menschen die Beratungsstelle auf, rund 3.600 Beratungsstunden wurden geleistet. Die Beratungsstelle wird finanziell zu zwei Drittel von der evangelischen Kirche (Landeskirche und Stadtkirche) getragen; ein Drittel kommt von der Stadt Freiburg und durch Eigenbeiträge der Ratsuchenden.